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Gravimetrie |
Die Gravimetrie (Gewichtsanalyse) ist ein Teilgebiet der quantitativen Analyse, bei dem man durch Zusatz einer geeigneten Reagenzlösung (Fällungsreagenz) zur Probelösung den zu bestimmenden Stoff als schwerlöslichen Niederschlag ausfällt. Die Fällungsform wird durch Filtration von der Probelösung getrennt. Die Fällungsform wird anschließend durch Waschen gereinigt und durch Trocknen oder Glühen in die stöchiometrisch definierte Wägeform übergeführt, deren Masse man schließlich durch Wägung mittels einer Analysenwaage bestimmt.
Aus der bekannten Zusammensetzung der Wägeform und der Masse lässt sich die absolute Masse des zu bestimmenden Stoffes berechnen. Die Gravimetrie ist eine sehr genaue chemische Absolutmethode der quantitativen Analyse, die keine Eichung erfordert. Ihre Nachteile liegen in dem hohen Zeitbedarf und der geringen Eignung für Serienanalysen.
Mitunter sind Fällungs- und Wägeform identisch. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Niederschlag eine eindeutige Stöchiometrie aufweist und beispielsweise keine wechselnden Mengen von Kristallwasser gebunden werden. Beispiele dafür sind die Bestimmung von Sulfationen als Bariumsulfat, die Fällung von Nickel mit Diacetyldioxim und die Bestimmung von Kalium mit Natriumtetraphenylborat.
Bestimmung des Eisengehaltes einer Fe(III)-Salzlösung
Zunächst wird die Eisen(III)-salzlösung mit Ammoniak-Lösung versetzt. Dabei wird das Eisen in Form von einem Eisenoxidhydrat ausgefällt. Dieses wird abfiltriert und gewaschen. Anschließen wird das Eisenoxidhydrat zum Eisen(III)-oxid geglüht.
Reaktionsgleichung:
NH3 (aq) + H2O
OH- (aq) +
NH4+ (aq)
[Fe(OH2)6]3+
(aq) + 3OH- (aq)
Fe2O3∙xH2O
(s) Fällungsform
Fe2O3∙xH2O (s) → Fe2O3 (s) + xH2O (g) (bei 650°C) Wägeform
Die gesuchte Masse a des zu bestimmenden Elementes (in unserem Beispiel Eisen) ist proportional der ausgewogenen Masse A der Wägeform (hier Fe2O3). Der Proportionalitätsfaktor f wird als gravimetrischer Faktor bezeichnet. Er stellt das Verhältnis der molaren Masse des zu bestimmenden Elements zur gesamten molaren Masse der Wägeform dar.
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Bestimmung des Calciumgehaltes einer Calciumchlorid-Lösung
Die Calciumhaltige Lösung wird alkalisch gemacht (pH = 9) und mit Ammoniumoxalat versetzt. Dabei fällt Calciumoxalat als farbloser Feststoff aus. Der Niederschlag wird bei 105°C im Trockenschrank getrocknet. Man erhält Calciumoxalat Monohydrat:
Reaktionsgleichung:
Ca2+ (aq)
+ C2O42- (aq)
CaC2O4∙xH2O
(s) X = 1-3 Fällungsform
CaC2O4∙xH2O (s) → CaC2O4∙H2O (g) (bei 650°C) Wägeform
Bestimmung des Nickelgehalts einer Nicken(II)-Lösung
Die nickelhaltige Lösung wird mit einer Dinatrium-dimethylglyoximat-Lösung (Na2C2H6N2O2) versetzt. Dabei fällt ein himbeerfarbener, voluminöser Niederschlag aus, welcher im Trockenschrank bei etwa 100°C mehrere Stunden getrocknet wird:
Ni2+
(aq) + 2C4H7N2O2- (aq)
Ni(C4H7N2O2)2
(s) Fällungs- und Wägeform
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