Hetereoaromate

Auch Hetereocyclen lassen sich durch Elektrophile substituieren. Die Reaktionsgeschwindigkeit hängt wie bei substituierten Aromaten von der Elektronendichte im π-System des Hetereoaromaten ab. Man unterscheidet daher elektronenreiche Hetereoaromaten wie Pyrrol von elektronenarmen wie Pyridin. Folgende Grenzformeln verdeutlichen die Ladungsverhältnisse in Heteroaromaten.

Zum Verständnis der Regioisomerenverteilung müssen wieder die σ-Komplexe betrachtet werden. Werden Pyrrol, und in analoger Form Furan und Thiophen, in α-Position angegriffen, bilden sich die stabilsten σ-Komplexe, was sich in einer größeren Zahl mesomerer Grenzformeln widerspiegelt. Man findet daher mehr α- als β-Substitution.

Im Pyridinfall führen α- oder γ-Angriff zu Grenzformeln, bei denen das elektronegativere N-Atom ein Elektronensextett besitzt und eine positive Ladung trägt. Eine solche Formel gibt es bei einem β-Angriff nicht, weshalb Pyridin bevorzugt in β-Stellung elektrophil Substituiert wird. Da es ein elektronenarmer Heteroaromat ist, gelingt eine solche Substitution nur durch starke Elektrophile wie NO2+.