Von Verbindungen der Halogene
untereinander sind die Zypen XY, XY3, XY5 und XY7
bekannt, in denen das elektropositivere Halogen X in der Oxidationsstufe +1, +3,
+5 oder +7 vorliegt.
Die Interhalogenverbindungen sind
typische kovalente Verbindungen. Sie lassen sich aus den Elementen
synthetisieren uns sind sehr reaktionsfähig. Von den VERBINDUNGEN DER
Zusammensetzung XY sind alle Kombinationen bekannt.
|
ClF |
|
farbloses Gas |
|
256 |
|
-50 |
|
|
|
↓ Schmelzpunkte, Siedepunkte |
|
↓ Reaktionsfähigkeit |
|
↓ Disproportionierung |
|
↓ ← ← ← ← ← ← |
|
|
BrF |
|
hellrotes Gas |
|
280 |
|
-94 |
|
|
BrCl |
|
dunkelrote Flüsssigkeit |
|
218 |
|
+15 |
|
|
|
IF |
|
braunes Pulver |
|
271 |
|
-96 |
|
Disproportionierung oberhalb -14°C |
|
|
ICl |
|
rote Kristalle |
|
211 |
|
+18 |
| |
|
|
IBr |
|
rotbraune Kristalle |
|
179 |
|
+41 |
| |
|
|
Tab.: Interhalogenverbindungen von
Typ XY; oberer Zahlenwert: Dissoziationsenergie (in kJ/mol) unterer
Zahlenwert: Bildungsenthalpie (in kJ/mol) |
Die Interhalogenverbindungen XY sind wie
die Halogene sehr reaktive Substanzen. Sie sind Oxidationsmittel und
Halogenüberträger. Die Reaktionsfähigkeit und die Disproportionierungsenergie
ist um so größer je weiter die Halogene im PSE voneinander entfernt sind.
Beispiele: ClF ist
disproportionierungsstabil, es wird als Fluorierungsmittel benutzt. BrF
disproportioniert nach 3 BrF → Br2 + BrF3. IF ist nur bei
tiefen Temperaturen beständig, oberhalb von -14°C zerfällt es nach 5 IF → 2 I2
+ IF5.
Die Zerfallsneigung der
Interhalogenverbindungen XY wächst in der Reihe ClF
< ICl < BrF < IBr < BrCl.
Mit Wasser findet die Reaktion XY + H2O
→ Hy + HOX statt, X ist das elektropositivere Atom.
Mit Ausnahme von ICl3 sind
alle anderen Interhalogenverbindungen Fluoride
|
|
|
|
|
|
BrF3 |
|
farblose Flüssigkeit |
|
-256 |
|
|
BrF5 |
|
farblose Flüssigkeit |
|
-429 |
|
|
|
|
IF3 |
|
gelbes Pulver |
|
-486 |
|
Disproportionierung oberhalb -28°C |
|
|
IF5 |
|
farblose Flüssigkeit |
|
-841 |
|
|
|
(ICl3)2 |
|
gelbe Kristalle |
|
-90 |
| |
|
|
Tab.:
Interhalogenverbindungen des Typs
XY3, XY5 und XY7; Zahlenwerte: Bildungsenthalpie (in kJ/mol)
|
Die Halogenide XY3 sind
T-förmig gebaut, die Pentahalogenide XY5 haben die Geometrie einer
quadratischen Pyramide, IF7 bildet eine pentagonale Bipyramide.
Nur Br, Cl und I sind Zentralatome und
hauptsächlich F als Substituent geeignet. Eine Erklärung liefert die VB-Theorie.
Die Promotionsenergie des s- und p-Elektronen in die d-Orbitale nimmt von Cl zu
I ab. Daher ist verständlich, dass die thermodynamische Stabilität der
Verbindungen XY3 und XY5 von Cl zu I zunimmt und nur I ein
Heptafluorid bildet. Von allen Elemente besitzt Fluor die größte Fähigkeit zur
Stabilisierung hoher positiver Oxidationsstufen. Chlor kann nur noch mit Iod zu
Iodtrichlorid reagieren.
© 2001-2005 [Chempage.de]
– Michael Müller –
michael.mueller@rwth-aachen.de –
http://www.chempage.de
Aktuelles |
Buchtipps: Chemie |
Disclaimer |
Impressum |
Kontakt |
Newsletter |
Shop |
Startseite