|
Kaliumhexacyanoferrat(II) |
|
|
| Eigenschaften: |
| Bei Raumtemperatur ist das Salz ein gelblicher kristalliner Feststoff, welcher an der Luft beständig ist. Kaliumhexacyanoferrat(II) ist auch unter dem Namen "gelbes Blutlaugensalz" bekannt. Der Name rührt daher, dass man die Substanz früher aus getrocknetem Blut gewonnen hat. Dazu wurde das getrocknete Blut zusammen mit Pottasche und Hornspänen sowie tierische, stickstoffhaltige Verbindungen geglüht. Erhitzt man das Salz auf Temperaturen von über 60°C, so entweicht das Kristallwasser und die Substanz wird farblos. Bei starkem erhitzen zerfällt die Substanz unter Abgabe von giftigem Kaliumcyanid. |
| Darstellung: |
|
Im Labor lässt sich das Salz aus einer
Eisen(II)-salzlösung mit einem Überschuss an Kaliumcyanid ausfällen. Dabei
entsteht zunächst braunes Eisen(II)-cyanid (schwerlöslich) aus,
welches sich im Überschuss Kaliumcyanid zum gelben Blutlaugensalz umsetzten
lässt.
Technisch wird Kaliumhexacyanoferrat(II) auf ähnliche weise produziert, wobei man noch Kalkmilch hinzu gibt. Dabei fällt zunächst Calciumhexacyanoferrat aus. Durch Zugabe von Kaliumcarbonat lässt sich Calciumcarbonat ausfällen und man erhält reines Kaliumhexacyanoferrat. |
| Verwendung: |
|
Kaliumhexacyanoferrat wird heutzutage in der chemischen
Analyse zum Nachweis von Eisen verwendet. In Verbindung mit Eisen(III)-Ionen
bildet Kaliumhexacyanoferrat einen blauen Niederschlag, welcher als Berliner
Blau oder Turnbulls Blau bezeichnet wird.
4K+ + Fe3+ 3Cl- + [Fe(CN)6]4- → K[FeIIIFeII(CN)6] + 3KCl Früher war diese Verbindung ein wichtiger Farbstoff für die Textilindustrie zum Färben der Uniformen. Bei einem Überschuss an Eisen(III)-Ionen bildet sich schwerlösliches Berliner Blau Fe[FeIIIFeII(CN)6]3. 4 Fe3+ + 3 FeII(CN)64- → FeIII[FeIIIFeII(CN)6]3 |
© 2001-2005 [Chempage.de] – Michael Müller – michael.mueller@rwth-aachen.de – http://www.chempage.de
Aktuelles | Buchtipps: Chemie | Disclaimer | Impressum | Kontakt | Newsletter | Shop | Startseite