|
Natriumthiosulfat bildet unter Normalbedingungen
farblose, geruchfreie, salzig-bitter schmeckende Kristalle, welche in
reinstem Zustand luftbeständig, bei Anwesenheit von Verunreinigungen etwas
hygroskopisch sind. In Wasser lässt es sich sehr leicht mit schwach
alkalischer Reaktion lösen. Beim Ansäuern entsteht eine sich allmählich
verstärkende, anfangs weiße, später gelbliche Trübung von ausgeschiedenem
Schwefel. Dabei setzt die Säure (z.B. Salzsäure) zunächst Thioschwefelsäure
(H2S2O3) frei, die sofort unter Bildung von
Schwefel zerfällt:
Na2S2O3
+ 2HCl → NaCl + H2O + S + SO2
Elementares Chlor wird von Natriumthiosulfat leicht
nach folgender Formel gebunden:
Na2S2O3 + 4Cl2
+ 5H2O → 2 NaHSO4 + 8HCl
Silberhalogenide lösen sich in N.-Lsg. auf:
2Na2S2O3 + AgBr →Na3[Ag(S2O3)2]
+ NaBr
Konzentrierte Natriumthiosulfat.-Lösungen bewirken bei
manchen Pflanzen Keimhemmung oder Hemmung des Wurzelwachstums. |