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n reinem Zustand ist Phenol ein farbloser
Feststoff, welcher nadelförmig auskristallisiert. Die Substanz besitzt
einen scharfen Geruch und besitzt hygroskopische Eigenschaften. Bei
Berührung mit der Haut wirkt Phenol stark ätzend. Es kann schon durch
Berührung absorbiert werden. Auf Keime wirkt Phenol abtötend und
desinfizierend.
An Licht und an Luft ist die organische Verbindung
unbeständig und zerfließt aufgrund der Wasseraufnahme. Die Siedetemperatur
liegt etwa 100°C über der des Benzols, was auf die Hydroxylgruppe
zurückzuführen ist. Phenol ist sehr reaktionsfähig. Zusammmen mit
Natronlauge bilden sich die so genannten Phenolate:

Man kann die Wasserstoffatome im Phenolring leicht
durch Halogen-Atome substituiert werden. So lässt sich beispielsweise Phenol
bromieren. Dabei erhält man ein Gemisch aus ortho-Bromphenol und
para-Bromphenol unter Freisetzung von Bromwasserstoff.

Zusammen mit konzentrierter Schwefelsäure kann Phenol
auch sulfoniert werden. Man erhält dabei ortho-Phenolsulfonsäure und
para-Phenolsulfonsäure. Durch weitere Sulfonierung erhält man sogar
Phenol-2,4-disulfonsäuren.

Derartiges ist auch mit Salpetersäure möglich, wobei
ortho- oder para-Nitrophenol sowie bei höheren Salpetersäurekonzentrationen
Dinitrohenol erhalten wird. Durch das Nitrieren von
Phenol-2,4-disulfonsäuren erhält man Trinitrophenol.

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