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Roheisen wird durch Reduktion von oxidischen Eisenerzen
mit Koks gewonnen. Dabei bezeichnet man Eisen mit einem Kohlenstoffgehalt
von über 1,7% als Roheisen und Stahl ist Eisen mit einem Kohlenstoffgehalt
unter 1,7%. Im Jahre 2000 betrug die Weltproduktion von Eisen 567.000.000
Tonnen (wobei 98% über den Hochofenprozess gewonnen wurden). |
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Ein Hochofen wird von oben abwechselnd mit einer Schicht
aus Koks und einer Schicht aus Eisenerz beschickt. Je nach Zusammensetzung
der Erze werden Beimengungen zugegeben um die Verunreinigungen zu
verschlacken. Von unten wird 1000-1300°C heiße Luft in den Ofen eingeblasen.
An der Einblasstelle verbrennt der Koks zunächst zu Kohlenstoffdioxid dabei
werden Temperaturen von bis zu 2300°C erreicht. Bei diesen Temperaturen
reagiert der Kohlenstoffdioxid sofort mit dem Koks gemäß des
Bouduard-Gleichgewicht. |
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Verbrennen des Koks: C + O2
→ CO2 ΔH0=-394 kJ/mol |
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Bouduard-Gleichgewicht:
CO2 + C 2CO ΔH0=
+173kJ/mol |
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Das Gas kühlt sich dadurch ab, sodass die Temperatur im
unteren Teil des Hochofens nur noch bei 1600°C liegt. Die oxidischen
Eisenerze werden vom entstehenden CO nun stufenweise reduziert. Im unteren
Teil des Ofens liegt das Eisenerz schon zum großen Teil als Wüstit vor FeO. |
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FeO + CO → Fe + CO2
ΔH0= -17kJ/mol |
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Das entstandene CO2 wandelt
sich in der darüber liegenden Koksschicht wieder (gemäß des
Bouduardgleichgewichts) in CO um. Dieser Vorgang wird als direkte Reduktion
bezeichnet. |
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In den darüber liegenden Schichten ist (bei 900-1000°C)
die Temperatur nicht mehr ausreichend groß um das Bouduardgleichgewicht zu
bedienen, sodass hier nur noch eine Reduktion der Eisenerze unter Bildung
von CO2 erfolgt:
3 Fe2O3 + CO → 2Fe3O4
+ CO2 ΔH0=
-47 kJ/mol
Fe3O4
+ CO → 3FeO + CO2
ΔH0= +37kJ/mol
Ganz oben im Hochofen erfolgt keine weitere Reduktion.
Das entweichende Gas besteht aus 55% Stickstoff, 30% Kohlenstoffmonoxid und
15% Kohlenstoffdioxid.
Im flüssigen Eisen lassen sich maximal 4,3%
Kohlenstoff lösen, sodass der Schmelzpunkt auf 1150°C abgesenkt wird (statt
1539°C).
Das flüssige Eisen wird unten aus dem Hochofen
genommen und wird durch die leichtere Schlacke vor Oxidation geschützt. |
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technische Erzeugung von Stahl: |
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Werkzeugstahl: bei 800°C abgeschreckter Stahl mit
Kohlenstoffgehalt von 0,4-1,7%. |
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Baustahl: nichthärtbarer Stahl C-Gehalt weniger als 0,4%. |
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Härtung beruht darauf, dass eine Mischung von α-Eisen und
Cementit (Fe3C) beim Erhitzen in eine feste Lösung von
Kohlenstoff in γ-Eisen übergeht, welche beim Raschen Abkühlen (wobei γ-Eisen
in α-Eisen übergeht) als metastabile Phase (Martensit) zurückbleibt. Der
Stahl wird dadurch härter und elastischer. |
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Welches Verfahren zur Aufbereitung des Roheisen gewählt
wird hängt vom späteren Einsatzgebiet des Metalls ab. |
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Reines Eisen mit einem Kohlenstoffgehalt unter 0,4%
erhält man nach dem Windfrischverfahren. |
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Winfrischverfahren: |
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In einem Tiegel wird das Roheisen bei 1300°C geschmolzen
und anschließend durch hunderte Bodenlöcher oder mit einem verstellbaren
Rohr mit Sauerstoff oder Luft (7-10bar) versetzt. |
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Dabei werden die Verunreinigungen (C, P, Si, Mn, S)
oxidiert, wobei man die Oxidschlacke und reines flüssiges Eisen erhält. Das
Verfahren beruht darauf, dass die Verunreinigungen vor dem Eisen oxidiert
werden. |
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Je nach Verunreinigung müssen spezielle Tiegel verwendet
werden. Bei phosphorhaltigen Roheisen wird ein basischer Tiegel (Calcium- oder
Magnesiumoxid) und das Roheisen muss mit einem Kalkzuschlag versetzt werden,
um zu verhindern, dass der Phosphor durch das Eisen zurückreduziert wird (es
bildet sich Calciumphosphat). |
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Roheisen ohne Phosphor kann in sauren Tiegeln
(Quarz-Ton-Material) verblasen werden. |
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Der Konvertor wird direkt mit dem flüssigen Eisen
befüllt. Der Tiegel wird etwa zu 1/7 befüllt. Durch die Verbrennung der
Verunreinigungen entsteht Wärme welche die Abkühlung durch das Einblasen des
Sauersstoffs entsteht mehr als kompensiert. |
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Reaktionen: |
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Si + O2 → SiO2 |
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P + 1 ¼ O2 → ½ P2O5 |
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C + O2 → CO2 |
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Mn + ½ O2 → Mn |
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Fe + ¾ O2 →1/2 Fe2O3 |
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S + O2 → SO2 |
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Der Vorgang ist nach einer viertel Stunde abgeschlossen.
Danach wird die Schlacke abgegossen und dem reinen Eisen wird
kohlenstoffhaltiges Ferromangan zur Rückkohlung zugefügt. Dabei dient das
Mangan zur Desoxidationsmittel für das entstandene FeO (macht den Stahl
brüchig): |
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FeO + Mn → MnO + Fe |
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Die entstandene Schlacke (Thomas-Schlacke) kann direkt
auf den Markt als Düngemittel gebracht werden. Sie enthält eine Reihe von
Phosphatsilikaten (Ca5(PO4)2[SiO4]) |
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Herdfrischverfahren |
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Ein weiteres Verfahren zur Herstellung von Stahl ist das
Herdfrischverfahren (Siemens-Martin-Verfahren). Bei diesem Verfahren wird
der Kohlenstoff langsam oxidiert, so dass man bei dem gewünschten
Kohlenstoffgehalt den Vorgang beenden kann. |
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Dabei wird sauerstoffhaltiges Flammengas über das 1500°C
heiße Roheisen geleitet, wobei man oxidische Eisenerze oder Schrott zugibt.
Dieser wird zu elementarem Eisen reduziert. Man verwendet für den Vorgang
einen basischen Trog. Hinzu wird immer Kalk gegeben um
Phosphorverunreinigungen abzuscheiden. |