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Titandioxid
(Rutil) |
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Eigenschaften |
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Titan(IV)-oxid.ist die mit Abstand technisch bedeutendste
Titan-Verbindung. Unter Normalbedingungen ist Titandioxid ein farbloser
Feststoff, welcher in drei Modifikationen auftaucht, die in der Natur
als Anatas (tetragonale Kristalle mit einer Härte von 5,5–6), Brookit (orthorhombische
Kristalle, mit einer Härte von 5,5–6) und Rutil (tetragonale Kristalle,
stabilste Form des Titandioxid) vorkommen. Anatas wandelt sich allmählich,
(bei Temperaturen übder 700°C schneller) irreversibel in Rutil um. In allen
Modifikationen ist das Titan-Atom oktaedrisch von 6 Sauerstoff-Atomen
umgeben, wobei der Sauerstoff die Koordinationszahl 3 besitzt. Unterschiede
zwischen den Modifikationen beruhen auf verschiedener räumlicher Verknüpfung
der Oktaeder. Titandioxid ist unlöslich in Wasser, organischen
Lösungsmitteln., verdünnten Säuren und Laugen. Es löst sich jedoch in heißer
konzentrierter Schwefelsäure, Flußsäure und geschmolzenen Alkalihydroxiden.
Es wird durch Wasserstoff, Kohlenstoff und Erdalkalien nur bei höheren
Temperaturen angegriffen. Es reagiert aber heftig mit Lithium. Titandioxid
ist ungiftig. |
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Darstellung |
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Es gibt zahlreiche Herstellungsverfahren für die
Darstellung von Titandioxid. Bisher werden in der Technik nur das Sulfat-
und das Chlorid-Verfahren angewendet. Das ältere, seit 1917 praktizierte
Sulfat-Verfahren (auch Schwefelsäure-Prozeß genannt) geht von feingemahlenem
Ilmenit, Eisentitanit (FeTiO3) aus, der mit ca. 90%iger
Schwefelsäure aufgeschlossen wird. Der Aufschlusskuchen wird in Wasser
gelöst und die Lösung geklärt. Durch Zugabe von Eisen-Schrott wird gelöstes
dreiwertiges Eisen in die zweiwertige Form überführt, da Eisen(III)-Ionen
(Fe3+) bei der Hydrolyse gemeinsam mit Titanoxidhydrat ausfallen
und eine Qualitätsminderung beim fertigen Titandioxid-Pigment bewirken
würde. Nach dem Erkalten wird auskristallisiertes Eisen(II)-sulfat
Heptahydrat (FeSO4 · 7H2O) ( auch Grünsalz genannt)
abgeschleudert. Anschließend erfolgt die Hydrolyse des Titanoxidsulfates
(TiOSO4) zu Titanoxidhydrat, das nach Filtration, gründlichem
Waschen und anschließender Bleiche (zur Entfernung anhaftender höherwertiger
Verunreinigungen) in Drehrorhöfen in Titandioxid übergeführt wird. Durch
Impfen mit entsprechenden Keimen, Zusatz geeigneter Einstellchemikalien und
durch Wahl der Glühtemperatur (800–1000°) erhält man entweder die Anatas-
oder die bevorzugte Rutil-Modifikation (nur diese sind technisch bedeutend).
Bei dem 1958 eingeführten Chlorid-Verfahren geht man
von mineralischem Rutil oder „Titan-Schlacken“ mit hohem Titandioxid-Gehalt
aus, die durch Chlorieren mit Chlor in Gegenwart von Kohle in
Titantetrachlorid überführt werden. Dessen Oxidation bei erhöhter Temperatur
mit Sauerstoff verläuft unter Bildung von Titandioxid und Chlor. Das
entstandene Chlor wird erneut zur Herstellung von Titantetrachlorid
verwendet.
Das nach beiden Verfahren erhaltene Titandioxid wird
meistens zur Verfeinerung noch einer Nachbehandlung unterworfen.
Hochdisperses, sehr reines Titandioxid erhält man durch Flammhydrolyse von
Titantetrachlorid. Das Chlorid-Verfahren wird heute bevorzugt, weil ein
kontinuierlicher Betrieb möglich ist und ökologische Vorteile bestehen.
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Verwendung |
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In der Anatas- und insbesondere in der
Rutil-Modifikation besitzt Titandioxid als ausgezeichnetes Weißpigment eine
besondere technische Bedeutung. Die hervorragenden Pigmenteigenschaften sind
bedingt durch den hohen Brechungsindex (Anatas 2,55, Rutil 2,75), womit
Titandioxid das höchste Aufhell- und Deckvermögen der handelsüblichen
Weißpigmente aufweist. Außerdem verwendet man die Verbindung in
Elektro-Industrie als Dielektrikum zum Beispiel in Kondensatoren. Man kann
ebenso Schmucksteine aus dem Rutil herstellen. Man verwendet das Oxid
außerdem in Sonnencremes als Sonnenschutz.
In Westeuropa wurden Titandioxid-Pigmente 1989 für
folgende Anwendungen genutzt: 60% für Lacke, Anstrichstoffe und
Straßenmarkierungsfarben, 20% für Kunststoffe, 12% für Papier, 3% für
Dekorschichtstoffe, der Rest für Druckfarben und Korrekturlacke, Kautschuke,
Kosmetika, Arznei- und Lebensmittelumhüllungen, Emails, Keramiken, Gläser
etc.
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Strukturformel/Abbildung |
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Allgemeines |
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Name |
Titandioxid |
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Summenformel |
TiO2 |
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molare Masse |
79,90g/mol |
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Trivialnamen |
Rutil |
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CAS-Nummer |
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Sicherheitsdaten |
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R- und S-Sätze |
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Handhabung |
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Lagerung |
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MAK* |
6 mg/m3 |
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LD50**(Ratte) |
mg/kg (oral) |
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LD50**(Kanninchen) |
mg/kg |
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*Maximale Arbeitsplatzkonzentration |
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**letale Dosis: Die Menge der Substanz,
die nach einmaliger Einnahme den Tod von 50% der Versuchstiere zur Folge
hat. |
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Physikalische Eigenschaften |
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Aggregatzustand |
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Farbe |
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Dichte |
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Schmelzpunkt |
1830–1850°C |
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Siedepunkt |
>2500°C |
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Dampfdruck |
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Löslichkeit |
in Wasser unlöslich; löslich in heißer Schwefelsäure |
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Kristall |
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analytische Nachweismethoden |
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