Carnot, Nicolas Léonard Sadi (1796- 1832)

Nicolas Léonard Sadi Carnot (* 1. Juni 1796 in Paris; † 24. August 1832 in Paris) war ein französischer Physiker, er begründete mit seiner theoretischen Betrachtung der Dampfmaschine einen neuen Zweig der Wissenschaft, die Thermodynamik.

Sadi Carnot kam als zweitältester Sohn des Politikers und Wissenschaftlers Lazare Nicolas Marguerite Carnot zur Welt. Sein Vater erkannte früh das Interesse für Mechanik und Physik und bewegte ihn daraufhin, die technischen Wissenschaften zu studieren. So begann Sadi bereits 1812 an der École Polytechnique in Paris, verließ diese Hochschule aber 1814 wieder, um Ingenieroffizier im Geniekorps, einer technischen Militärtruppe zu werden. Aufgrund seiner republikanischen Überzeugung, die er mit seinem Vater gemein hatte, bekam er dort aber Schwierigkeiten, auch sagte ihn der militärische Dienst nicht sonderlich zu. So bat er 1819 um eine einstweilige Entlassung, um sich nun ganz der Wissenschaft hinzugeben. Dazu gehörten Chemie-, Physik-, Mathematik-, Naturgeschichte- und Volkswirtschaft-Vorlesungen zu hören, Industrieunternehmen zu besuchen sowie Modelle von Maschinen in Museen zu betrachten, aber auch Musik und die Werke von Blaise Pascal, Molière oder Jean de La Fontaine. Seine Aktivitäten unterbrach er dabei nur einmal für einen Besuch seines Vaters, der seine letzten Lebensjahre in der Verbannung in Magdeburg verbrachte.

Bei seinen Studien erkannte Carnot Vorzüge und Perspektive der Dampfmaschine. Da man diese Maschinen nur empirisch verbesserte, hielt er es für dringend geboten, das "Phänomen der Erzeugung von Bewegung durch Bewegung von Wärme" eingehend zu betrachten. Das Ergebnis erschien 1824 in der 43seitigen Schrift "Réflexions sur la puissance motrice du feu et sur les machines propres à développer cette puissance" (Betrachtung über die bewegenden Kraft des Feuers und die Entwicklung dieser Kraft geeigneten Maschinen). Dabei handelt es sich um die einzige Schrift, die zu Lebzeiten Carnots veröffentlicht wurde, sie erschien nur in wenigen Exemplaren und stieß zunächst nur auf wenig Interesse.

Ende 1826 trat Carnot wieder in den militärischen Dienst ein und wurde planmäßig zum Hauptmann befördert. 1828 legte er seine Uniform entgültig ab, um sich nun endgültig ganz mit den Wissenschaften zu beschäftigen. So beteiligte er sich auch nicht an der Julirevolution im Jahr 1830, obwohl er in sie große Erwartungen auf mehr Demokratie setzte. Als diese sich schließlich nicht erfüllten, wandte er sich wieder seinen Experimenten zu. Im Jahr 1832 starb Carnot während einer Cholera-Epidemie plötzlich an dieser Krankheit.

 

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