Galvani, Luigi (1737- 1775)

Luigi Galvani (* 9. September 1737 in Bologna, Italien, † 4. Dezember 1798 in Bologna) war ein Arzt, Anatom und Biophysiker.

Galvani studierte anfangs Theologie, später Medizin, wurde 1762 Professor der Medizin zu Bologna und 1775 der praktischen Anatomie daselbst.

Der Beifall, den seine Abhandlung De renibus atque urethris volatilium fand, führte ihn zu dem Entschluss, die Physiologie der Vögel zu bearbeiten; doch beschränkte er sich später auf die Untersuchung ihrer Gehörwerkzeuge.

Ein Zufall führte ihn am 6. November 1780 zur Entdeckung des nach ihm benannten Galvanismus, worüber Emil du Bois-Reymond im 1. Band seiner Untersuchungen über tierische Elektrizität (Berl. 1848) berichtet.

Galvani entdeckte durch Experimente mit Froschschenkeln die Kontraktion von Muskeln unter dem Einfluss statischer Elektrizität und legte die Grundlage für die Entdeckung elektrochemischer Zellen (auch Galvanische Zellen oder Galvanische Elemente genannt) durch Alessandro Volta.

Da er während der Revolution den Beamteneid zu leisten sich weigerte, verlor er sein Amt, wurde jedoch bald wieder eingesetzt und starb 1798 in Bologna.

Er schrieb außerdem: De viribus electricitatis in motu musculari (zuerst in den Commentariis academiae Bononiensis, 7 Bde.; dann besonders Modena 1792; übersetzt von Mayer, Prag 1793). Seine sämtlichen Schriften erschienen als Opere edite ed inedite del Prof. Galvani (Bolog. 1841-42).

In Bologna wurde ihm 1879 eine Statue errichtet, ausgeführt von A. Cencetti.

 

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