7. November: Marie Curie wird als Marya Sklodowska als Tochter eines
Mathematik- und Physiklehrers in Warschau geboren.
1883
Sie schließt das Lyzeum mit Auszeichnung ab.
Durch Fehlinvestitionen verliert die Familie fast ihr gesamtes Vermögen.
1883-1891
Sklodowska nimmt eine Stelle als Erzieherin an, um ihrer älteren Schwester
das Medizinstudium in Paris zu finanzieren.
Sie liest ehrenamtlich an der polnisch-national orientierten "Freien
Universität" in Warschau mit Arbeiterfrauen Literatur in polnischer Sprache.
1891
Sklodowska folgt ihrer Schwester nach Frankreich, die sie nun ihrerseits
finanziell unterstützt.
ab 1891
Studium der Mathematik und Physik an der Pariser Sorbonne.
1893/94
In der Abschlußprüfung für Physik belegt Sklodowska den ersten Platz, in
der mathematischen Abschlußprüfung wird sie Zweitbeste.
Sie wird Doktorandin des Physikprofessors Antoine Henri Becquerel.
1895
25. Juli: Heirat mit dem Physiker Pierre Curie (1859-1906).
Sie arbeiten gemeinsam in einem improvisierten Laboratorium unter äußerst
unzulänglichen Bedingungen.
ab 1896
Curie ist überzeugt, daß die von Becquerel im gleichen Jahr entdeckte
Strahlung des Elements Uranium sich auch bei anderen Elementen nachweisen läßt.
Gemeinsam mit ihrem Mann beschäftigt sich Curie mit dem Mineral
Pechblende. Sie isoliert zwei bisher unbekannte Elemente, Radium und Polonium,
deren Strahlung sie "radioaktiv" nennen wird. Marie Curie tauft das Element
Polonium nach ihrer Heimat.
1897
Geburt ihrer Tochter Irène, die 1935 gemeinsam mit ihrem Ehemann Frédéric
Joliot-Curie (1900-1958) den Nobelpreis für Chemie erhält.
1898
Marie Curie entdeckt die Radioaktivität des Elements Thorium.
1900
Sie unterrichtet Physik an der École Normale Supérieure für Mädchen in
Sèvres. Curie führt dort im Unterricht die Methode der experimentellen
Demonstration ein.
1903
Juni: Promotion in Physik.
Dezember: Gemeinsam mit Becquerel erhalten die Curies den Nobelpreis
für Physik "für die Entwicklung und Pionierleistung auf dem Gebiet der
spontanen Radioaktivität und der Strahlungsphänomene".
1904
Geburt ihrer Tochter Ève.
Veröffentlichung ihrer Dissertation "Untersuchungen über die radioaktiven
Substanzen".
1906
19. April: Ihr Ehemann kommt bei einem Straßenbahnunfall ums Leben.
ab 13. Mai: Sie führt die Vorlesungen ihres Mannes an der Pariser
Universität weiter. Damit ist Curie die erste Frau, die an der Sorbonne lehrt.
1908
Sie erhält die ordentliche Professur für Physik an der Sorbonne.
1911
Dezember: Curie wird für die Isolierung des Elements Radium mit dem
Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.
1914
Sie wird Leiterin des Radium-Instituts an der Pariser Universität.
1914-1918
Gemeinsam mit ihrer Tochter Irène entwickelt sie im Ersten Weltkrieg eine
mobile Röntgenstation. Curie steuert selbst an der Front einen dieser
Röntgenwagen, der die Untersuchung verletzter Soldaten vor Ort ermöglicht.
1918-1927
Forschungstätigkeit mit ihrer Tochter am Radium-Institut in Paris. Unter
Curies Leitung entwickelt sich das Institut zu einem Zentrum der
Nuklearphysik.
Curie hält Vorlesungen in Brasilien, Spanien, Belgien und der
Tschechoslowakei.
1921
In Begleitung ihrer beiden Töchter bereist Curie die USA. Der Präsident
der Vereinigten Staaten, Warren G. Harding (1865-1923), überreicht ihr als
symbolische Anerkennung ihrer Forschungen ein Gramm Radium, dessen Kauf durch
die Spenden amerikanischer Frauen finanziert wurde.
ab 1922
Curie ist Mitglied der Akademie für Medizin.
Sie stellt chemische Untersuchungen radioaktiver Substanzen an und sucht
nach deren medizinischen Nutzungsmöglichkeiten.
1934
4. Juli: Marie Curie stirbt in Sancellemoz (Savoyen) an Leukämie, einer
Folge ihrer hochdosierten und langjährigen Kontakte mit radioaktiven
Elementen.